Å Récolèt‘, muzike èt potale vis r’wèrèt di vos-èhales.
In Les Récollets heilen Musik und „Potales“ Ihre Sorgen.
Im Wallonischen bezeichnet der Begriff ‚Potale‘ eine Nische in der Fassade eines Hauses, die für die Aufstellung einer Heiligenskulptur vorgesehen ist. Im weiteren Sinne wird damit auch eine kleine Holzkapelle mit einer Skulptur bezeichnet. In Lüttich handelt es sich dabei meist um ein Marienbild. Obwohl Potales in verschiedenen alten Arbeitervierteln Lüttichs zu finden sind, kommen sie in Outremeuse besonders häufig vor.
Neben dem wunderschönen Potale ist die Rue des Récollets von zahlreichen typischen alten Häusern gesäumt, darunter auch das Geburtshaus Grétrys, woran eine Inschrift an der Fassade erinnert. André-Ernest-Modeste Grétry begann seine Ausbildung in Lüttich und feierte später große Erfolge in Paris. Er wurde sogar Musikdirektor von Königin Marie Antoinette. Trotz seines Erfolgs in Frankreich vergaß er seine Heimatstadt nie, zu der er eine tiefe Verbundenheit empfand. Nach seinem Tod kehrte – seinem Wunsch entsprechend – sein Herz nach Lüttich zurück und wurde in einer Urne beigesetzt, die noch heute im Sockel seines Denkmals gegenüber der Königlichen Oper zu sehen ist. Die Geschichte dieses bedeutenden Komponisten lässt sich nicht in wenigen Zeilen erzählen, sondern kann in seinem Museum, das sich in seinem Geburtshaus befindet, entdeckt werden